Pfeffer hat viele Gesichter: Grün, Orangerot, Schwarz und Weiß.

Zu den Hauptanbaugebieten des Pfeffers zählen neben Indien vor allem Indonesien, Sri Lanka, Malaysia, Vietnam, Thailand, Madagaskar, aber auch China und Brasilien. Immer noch wird das "schwarze Gold", das in Rispenform wächst, mit der Hand geerntet. Dabei können unterschiedlich farbige Pfefferkörner theoretisch von einer einzigen Pflanze geerntet worden sein. Piper Nigrum, wie die Pfefferpflanze mit ihrem botanischen Namen heißt, trägt erst drei Jahre nach der Anpflanzung die ersten Früchte.

Die Pfefferpflanzen werden in Anbaukulturen an langen Holzstangen oder dünnen Bäumen angepflanzt, die als Gerüst dienen; sie ranken sich bis zu zehn Meter hoch, die Früchte befinden sich, mit jeweils zirka 30 Körnern, in Rispenform an dem Gewächs. Von diesen "Piperaceae", den Pfeffergewächsen, gibt es übrigens nahezu 700 Arten. Die grüne Variante wird aus den unreifen Pfefferkörner gewonnen und dann konserviert: Dafür kommt Salzlake in Betracht, teils werden die Körner auch (gefrier-) getrocknet. Um die weiße Form zu bekommen, werden die roten Beeren etwa zehn Tage in Wasser eingeweicht. Danach lässt sich das äußere Fruchtfleisch lösen und das grauweiße Pfefferkorn bleibt übrig. Die rote Sorte ist schärfer als die grüne, der schwarze schmeckt eher würzig und weiß nimmt man, wenn man eine milde Variante mit ausgewogenem Aroma haben will. Egal von welcher Farbe, ist dieses Gewürz in der Küche auch in pulverisierter Form nicht mehr wegzudenken. Fisch, Fleisch, Suppen oder Salate werden damit gewürzt und es gibt sogar leckere Desserts wie Erdbeeren oder Schokolade mit dieser Geschmacksnote.

Bereits die Römer waren vom Geschmack begeistert. In der Antike und im Mittelalter wurde das Gewürz in Mörsern zerstoßen und kam anschließend reichlich auf den Tisch. Bei der Trauung des Herzogs von Burgund, Philipp dem Kühnen, mit Margarete von Male im Jahr 1369 sollen beim Festmahl 150 Kilo Pfeffer gereicht worden sein. Lange galt das Gewürz als wichtigste Handelsware, die Araber hielten seit der Antike ein Pfeffermonopol aufrecht. Etliche Entdecker machten sich aus Europa auf, um das berühmte „Pfefferland“ zu finden: der Seefahrer Vasco da Gama gelangte 1498 an die Malabarküste. Dort gründete der Portugiese Handelsniederlassungen und trug mit zum Ruhm Lissabons als Gewürzzentrum bei. Pfeffer war so wertvoll, dass er früher sogar in Gold aufgewogen wurde. Die Ägypter haben ihn sogar dazu verwendet, um ihre Pharaonen zu mumifizieren. Bei Pharao Ramses II. wurden 15 schwarze Körner in der Nase entdeckt; offenbar wollte man, dem ägyptischen Totenkult zufolge, mit dem ätherischen Öl den Verstorbenen zu neuem Leben erwecken.

Das Universalgewürz gilt als appetitanregend und fördert den Speichelfluss. Es dient der Durchblutung, regt die Verdauung an und es hilft gegen Krämpfe und rheumatische Schmerzen; nicht zuletzt wird ihm eine aphrotisierende Wirkung nachgesagt. Selbst bei der Parfümherstellung zählt er oftmals zu den Ingredienzien und ist beispielsweise auch in Magenmedikamenten enthalten. Der Statistik zufolge werden in Deutschland jährlich 17500 Tonnen konsumiert, was deutlich macht, dass Pfeffer mit zu den beliebtesten Gewürzen gehört.

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